„How come we ignore other people’s lives?“ – The True Cost (Film)

Ich habe es gestern eeendlich geschafft, mir die Doku The True Cost anzusehen – einen Film über die Modeindustrie, „the second-most polluting industry on earth, after oil“.

 

Wahrscheinlich denken einige von euch ist: „Ist klar. Wir wissen doch alle, was da schief läuft.“ Das ist ja das Verrückte daran: Es ist ja nicht so, dass uns Konsumenten noch nie zu Ohren gekommen wäre, dass es alles andere als fair ist, wie die großen Ketten produzieren. Aber wir wollen es nicht verstehen, nicht wahrhaben. Warum? Weil wir es uns nicht wirklich vorstellen können? Weil es zu unbequem ist? Weil wir glauben, nichts ändern zu können? Ich weiß nicht, woran genau es liegt, aber mir ging es lange Zeit genauso, bis es mal so richtig ohrenbetäubend KLICK gemacht hat. 

Das macht es bei diesem Film auch. Er hält uns plötzlich Bilder vor die Nase, die klar machen, was „unfair“ eigentlich bedeutet. 

 

Näherinnen, die unglaublich wenig Geld verdienen – umgerechnet nicht mal 3€ am Tag. Und nein, das ist auch in Entwicklungsländern zu wenig Geld, um ein vernünftiges Leben zu führen.

Kinder aus Baumwollanbaugebieten, die aufgrund des Einsatzes von Chemikalien und Pestiziden mit schweren Behinderungen geboren werden oder schon in jungen Jahren an Krebs leiden.

Baumwollbauern, die durch Druck und Ausbeuter-Verträge immer weniger verdienen oder sogar ihr Land verlieren – für viele eine so hoffnungslose Situation, dass sie sich das Leben nehmen. In den letzten16 Jahren gab es mehr als 250.000 Selbstmorde von Baumwollbauern. Das heißt, alle 30 Minuten einen – die größte Selbstmordwelle der Geschichte.

Mütter, die sich wegen ihrer Arbeit in den Großstädten nicht um ihre Kinder kümmern können und sie deshalb zu Verwandten aufs Land geben, wo sie sie kaum mehr als einmal im Jahr sehen.

Katastrophen wie der Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes im April 2013, in dem mehrere Textilfirmen ihre Nähereien hatten und bei dem 1.127 Menschen ums Leben kamen. Oder einem Protest von Textilarbeitern in Kambodscha, die für ein höheres Grundeinkommen von 160$ demonstriert hatten und auf den die Polizei mit Schüssen reagiert hatte. Mindestens drei Menschen wurden laut verschiedener Medien dabei getötet.

 

Aber da hört es noch lange nicht auf. Durch Bilder von riesigen Bergen weggeworfener Klamotten, Sturzbächen aus mit Chemikalien verseuchtem Wasser, kranken und hoffnungslosen Menschen wird einem bewusst, wie riesig das Problem tatsächlich ist. Man fühlt sich ein bisschen ohnmächtig und fragt sich, wie wir trotzdem noch so weitermachen können…

PS: Ich kann euch den Film wirklich empfehlen... auch für "Einsteiger", die sich mal genauer mit dem Thema befassen wollen. Voilà: Die Links, unter denen ihr The True Cost anschauen könnt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0